Für die sichere Fahrt in die Berge: Schneeketten für Wohnmobile

Für die sichere Fahrt in die Berge: Schneeketten für Wohnmobile

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Kaufberatung

Für die sichere Fahrt in die Berge:
Schneeketten für Wohnmobile

Schnellmontage-System Pewag Servostar, Foto: Pewag Werksfoto
Ringkette, Pewag Servo, Foto: Pewag Werksfoto
Schnellmontage-System Pewag Servostar, Foto: Pewag Werksfoto
Ringkette, Pewag Servomatik, Foto: Pewag Werksfoto
Ringkette, Pewag Servo, Foto: Pewag Werksfoto
Pewag Servostar, Foto: Pewag Werksfoto
Ringkette, Pewag Brenta C Foto: Pewag Werksfoto
Ringkette, Pewag Brenta C, Foto: Pewag Werksfoto

Es gibt doch nichts Schöneres, als mit dem Camper verschneite Landschaften zu erobern. Damit die Tour nicht im Graben endet, sollten zur Ausrüstung des Wohnmobils oder Wohnwagens, neben Winterreifen auch Schneeketten gehören. Wann und wo Schneeketten wirklich gebraucht werden, wo sie vorgeschrieben sind, wie sie montiert werden und welche Modelle es gibt, darüber informieren wir in diesem Artikel.

Wann muss mit Schneeketten gefahren werden?

Man sollte stets vor Augen haben, dass ein Wohnmobil ein völlig anderes Fahrverhalten hat als ein PKW. Vor allem auf rutschigem Untergrund. Davon auszugehen, dass man einen verschneiten Berg mit dem Wohnmobil, wie mit einem normalen Fahrzeug befahren kann, kann schnell schiefgehen. Deshalb ist es bei winterlichen Touren immer sinnvoll, einen Satz Schneeketten mitzuführen. Auch im schneereichen Flachland. In der Regel sind Schneeketten bei winterlichen Straßenverhältnissen mit einer geschlossenen Schneedecke oder bei vereisten Straßen vorgeschrieben. In Deutschland gibt es allerdings keine allgemeingültige, gesetzliche Schneekettenpflicht. Stattdessen entscheiden die jeweiligen Kommunen, wann es angebracht ist mit Schneeketten zu fahren. Sobald diese Kettenpflicht von der Gemeinde ausgesprochen wird, müssen Schneeketten auch angelegt werden.

Schneekettenpflicht in Deutschland und umliegenden Ländern

In Deutschland, Österreich und anderen Alpenländern wird die Kettenpflicht mit einem runden, blauen Schild mit einem schwarzen Schneeketten-Symbol markiert. Spätestens hier sollte man anhalten und die Ketten anlegen. Bei Schneeglätte, Schneematsch, Reifglätte oder Glatteis sind in Deutschland zudem generell Winter- oder Ganzjahresreifen vorgeschrieben. In einigen Alpenländern kann, bei entsprechenden Wetterverhältnissen, auch im Sommer Schneekettenpflicht herrschen, beispielsweise beim Befahren hoher Passstraßen. In Österreich müssen die Ketten außerdem der Österreich-Norm ÖNORM V5117 oder baugleich entsprechen. Das trifft für alle Schneeketten zu, die nach 1997 hergestellt wurden.
Die zulässige Höchstgeschwindigkeit bei der Fahrt mit Schneeketten liegt bei 50 km/h. Und Achtung: Bei Überschreitung dieser Geschwindigkeitsgrenze kann es teuer werden. In Deutschland ist ein Bußgeld von 20 Euro fällig, zudem zahlt bei Schäden die Versicherung nicht. In Österreich wird es deutlich teurer, denn bei unseren Nachbarn werden Strafen bis zu 5.000 Euro fällig. Außerdem sind Winterreifen und das Mitführen von Schneeketten im Fahrzeug vom 1. November bis zum 15. März Pflicht. In Italien und der Schweiz blühen ebenfalls saftige Geldstrafen, wenn man ohne Kette auf Straßen mit entsprechender Beschilderung unterwegs ist.
Schneeketten fürs Wohnmobil sind nicht nur auf vereisten und verschneiten Straßen mit Kettenpflicht ein Muss. Es macht durchaus Sinn, Schneeketten auch dann anzulegen, wenn noch keine Pflicht besteht. Das ist meistens dann der Fall, wenn man auf steilen Bergstraßen fährt, die von Schnee und Eis bedeckt sind und die Traktion des Fahrzeugs für kontrolliertes Fahren nicht mehr ausreicht. Um den Asphalt zu schonen, ist es jedoch verboten, Schneeketten anzulegen, wenn die Straße nicht mit Schnee und Eis bedeckt ist. Nur aus Vorsicht darf man also nicht mit Schneeketten fahren.

Wie findet man die richtige Schneekette?

Damit die Schneeketten am Ende richtig sitzen, muss man die Größe seiner Winterräder kennen. Die benötigen Angaben stehen auf den Reifen:

  • Größe und Breite der Reifen
  • Profilquerschnitt
  • Bauart
  • Felgendurchmesser

Apropos Felgen: Nicht alle Felgen sind für die Benutzung von Schneeketten zugelassen, also bitte darauf achten. Für Alufelgen gibt es spezielle Ketten, damit sie nicht zerkratzen. Beim Kauf der Ketten sollte man auch die Form seiner Reifen und das Gewicht deines Wohnmobils im Hinterkopf haben. Ab einem bestimmten Gewicht muss man eventuell auf LKW-Ketten zurückgreifen. Auch die Größe des Radkastens schränkt die Auswahl ein. Bei kleinen Radkästen kann die Montage sehr unbequem bis unmöglich sein.

Welche Systeme gibt es für Schneeketten?

Die auf dem Markt erhältlichen Kettentypen unterscheiden sich hauptsächlich dadurch, dass die Montage schwerer oder einfacher abläuft. Verbreitet sind die folgenden Systeme:

  • Ringkette
  • Seilketten
  • Federbügelketten
  • Schnellmontagesysteme

Ringkette
Ringketten haben einen elastischen Bügel. Dieser hält die gesamte Schneekette. Der elastische Bügel kann mit einem Griff um das Rad gelegt werden. Auf der Vorderseite des Reifens wird die Schneekette dann noch befestigt. Der Ring ist gespannt, weshalb die Schneekette an ihrem Platz bleibt. Allerdings ist bei der Montage dieser Schneekette Sorgsamkeit geboten, denn es ist wichtig, dass genügend Spannung aufgebracht wird, damit die Kette festsitzt. Auch müssen die Schneeketten verschlossen werden können. Ringketten eignen sich insbesondere für Autos mit engen Radkästen, da man hinter dem Reifen nicht viel mit den Händen arbeiten muss.

Seilketten
Seilketten sind am günstigsten in der Anschaffung und können sogar im Stand montiert werden. Das ist sehr praktisch, wenn der Wagen schon im Schnee feststeckt. Allerdings ist die Montage hier komplizierter und sollte vorher ein paarmal geübt werden, da ein kräftiges Stahlseil die Kette hinter dem Reifen zusammenhält. Außerdem müssen die Enden des Stahlseils im oft engen Radkasten hinter dem Reifen verknüpft werden. Das kann unter Umständen eine nette Fummelei werden, bei der die Hände garantiert nicht sauber bleiben.

Federbügelketten
Schneeketten, die einen Bügel aus Federstahl haben, sind sogenannte Bügelketten. Sie haben den Vorteil, dass sie sich auch montieren lassen, wenn die Radkästen eng sind. Man muss mit den Händen die Ketten hinter dem Rad nicht verschließen. Sie bieten wegen Ihres ausgefeilten Laufnetzes sicheres Fahrvergnügen. Bei der Montage von Federbügelketten benötigt man ein bisschen Kraft für das Auseinanderziehen. Diese Variante eignet sich besonders für kleine Radkästen, weil kein Greifen hinter den Reifen notwendig ist. Sie sind etwas teurer in der Anschaffung, aber das Anbringen ist leichter.

Schnellmontagesysteme
Am leichtesten funktionieren Schnellmontagesysteme. Der dazugehörige Adapter sollte schon vor der Reise am Rad befestigt werden. Sie sind nur an dem Radbolzen zu befestigen und ziehen sich selbst auf, wenn man anfährt. Besonders geeignet ist die Schneekette mit Schnellmontagesystem für breite Reifen oder große Räder.

Welche Anbieter für Schneeketten gibt es?

Es gibt mehrere etablierte Hersteller von Schneeketten auf dem Markt, die auch viele Modelle für Wohnmobile anbieten. Bekannte Anbieter sind beispielsweise:

  • Ottinger
  • König
  • Pewag
  • RUD
  • Thule
  • Weissenfels

Man sollte beim Kauf einer Schneekette sollte man auf gute Qualität achten, denn wenn die Kette auf der Straße reißt, kann es zu teuren Schäden an den Rädern und am Fahrzeug kommen. Als Faustregel gilt: Je mehr Ketten, desto dichter die Verteilung, desto mehr Grip. Markenketten haben auch eine dickere Zinkbeschichtung, die vor Rost schützt. Billig-Schneeketten fehlt zudem oft das Ö-Norm-Zeichen und sie können daher für Aufenthalte in Österreich nicht verwendet werden – und das kann richtig teuer werden.

Hier noch einige weitere nützliche Tipps zum Kauf von Schneeketten

  • Kettenspannung: Teure Modelle ziehen nach den ersten Metern automatisch an. Günstigere Schneeketten muss man hingegen erst noch manuell spannen.
  • Größe der Kettenglieder: Je größer die Kettenglieder, desto besser ist die Traktion. Allerdings verursachen die Schneeketten dann auch laute Geräusche beim Fahren.
  • Haltbarkeit: Auf eine hochwertige Verarbeitung und hochwertiges Material (gehärteter Stahl und kein Plastik) achten, damit sich die Schneekette nicht so schnell abnutzt.
  • Packmaß: Im Wohnmobil spielt auch eine Rolle, wie groß die Schneekette ist, da sie oft nicht benutzt wird und im Fahrzeug herumliegt. Schnellmontagesysteme sind zwar bequemer, verbrauchen aber oft mehr Platz. Hier musst du ein bisschen zwischen Bequemlichkeit und Packmaß abwägen.

Worauf ist bei der Montage von Schneeketten zu achten?

Zuerst einmal ist die Montage fahrzeugspezifisch. Die Schneeketten werden immer auf die Räder der Antriebsachse montiert. Bei einem Allradantrieb müssen die Angaben des Herstellers beachtet werden. Hat das Wohnmobil eine Zwillingsbereifung, reicht es aus, nur einen der beiden Winterreifen pro Seite mit einer Kette zu bespannen. Um die Ketten richtig anzubringen, braucht man einen sicheren, ebenen Stellplatz, am besten Arbeitshandschuhe und eine Unterlage zum Hinknien. Das Anbringen der Schneeketten sollte man auf jeden Fall vorher zuhause üben. Es ist von Vorteil, wenn jeder Handgriff sitzt und es im Ernstfall schnell geht. So vermeidet man, mit eiskalten Fingern erstmal die Gebrauchsanweisung studieren zu müssen.

Wichtig: Pflege der Schneeketten nicht vergessen.

Nach dem Gebrauch sollte man die Schneeketten nicht einfach abziehen und in einem Behältnis verstauen. Das wäre nämlich der Garant für verrostete Ketten, die man bald wegschmeißen kann. Stattdessen sollten die Schneeketten so schnell wie möglich gereinigt, von Schmutz und Salz befreit, getrocknet und mit Kettenöl eingesprüht werden. So gepflegt hat man lange Zeit Freude an seinen Schneeketten.

Fazit

Schneeketten fürs Wohnmobil sind eine äußerst sinnvolle Anschaffung für Urlauber, die auch im Winter unterwegs sind. Rechtzeitig angeschafft und vor Antritt der Reise das Handling ausprobiert, ist man auch in schneereichen Gebieten sicher unterwegs.

Autorin: Claudia Ballhause, Quelle: PinCamp

Wir bedanken uns bei Claudia Ballhause und PinCamp für die freundliche Unterstützung. PINCAMP ist Teil des ADAC und hat sich zur Aufgabe gemacht, Mobilreisenden die besten Camping- und Stellplätze in Europa vorzustellen. Auf www.pincamp.de können diese Plätze direkt reserviert werden.

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