Quedlinburg lädt ein zum Bummeln, verweilen und Erholen

Quedlinburg lädt ein zum Bummeln, verweilen und Erholen

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Städtereise

Quedlinburg lädt ein
zum Bummeln, Verweilen und Erholen

Historisches Rathaus von Quedlinburg. Foto: Nico Reischke
Fachwerkhäuser am unteren Schlossberg. Foto: Jürgen Meusel
Die Breite Straße mit dem Cafe Roland lädt zum Verweilen ein. Foto: Jürgen Meusel
Der Münzenberg. Foto: Andrea Fleischmann
Das Rathaus am Markt wird am Abend romantisch beleuchtet. Foto: Jürgen Meusel
Paddeltour auf dem Osterteich. Foto: Alexander Kassner
Harzer Uhrenfabrik in Gernrode. Foto: Jürgen Meusel
Haus der Gildschaft: Foto: Andrea Fleischmann
Stiftskirche St. Cyriakus in Gernrode. Foto: Jürgen Meusel
Die Alte Elementarschule, heute ein Schulmuseum, in Gernrode. Foto: Jürgen Meusel
Historische Häuser im Finkenherd. Foto: Andrea Flesichmann
Rathaus von Gernrode. Foto: Jürgen Meusel
Stiftskirche St. Servatii vom Schlossberg aus gesehen. Foto: Jürgen Meusel
Stiftskirche St. Servatii vom Schlossberg aus gesehen. Foto: Jürgen Meusel

Malerische Fachwerkhäuser verschiedenster Epochen, moderne Kunst hinter Jahrhunderte alten Mauern, romantische Gassen mit kleinen Cafés und Restaurants überragt von der weithin sichtbaren romanischen Stiftskirche: Quedlinburg ist die lebendige UNESCO-Weltkulturerbestadt im nördlichen Harzvorland. Mit ihren Ortsteilen Bad Suderode und Gernrode, die sich wie Perlen am Harzrand aneinanderreihen, vereint Quedlinburg Weltkulturerbe, Aktivurlaub und naturnahe Erholung.

Vor 1100 Jahren wurde in Quedlinburg deutsche Geschichte geschrieben. 919 soll am Finkenherd unterhalb des Burgberges der Sachsenherzog Heinrich seine Königskrone empfangen haben. Der Glanz und der Reichtum des ottonischen Königshauses sind heute dank der Kostbarkeiten des Domschatzes in der Stiftskirche sichtbar. Das Schlossmuseum im ehemaligen Stift präsentiert in den stilvollen Audienzsälen und im romanischen Kellergewölbe die Stadt- und Stiftsgeschichte sowie eine Ausstellung zu der deutschen Herrscherdynastie der Ottonen.

Heute gehört die mittelalterliche Stadt mit ihren 2069 Fachwerkhäusern aus acht Jahrhunderten zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die verwinkelten Gassen, die malerischen Plätze und der imposante Sandsteinfelsen des Burgberges inmitten der Stadt geben Quedlinburg einen einzigartigen Charakter. Wo einst Könige Hof hielten und starke Frauen Geschichte schrieben, treffen Besucher heute auf eine lebendige Stadt mit abwechslungsreichen Facetten. Künstler öffnen ihre Ateliers den Besuchern, Konzerte und Ausstellungen beleben die historischen Gemäuer. Zudem sorgt das ansässige Drei-Sparten-Theater für ein abwechslungsreiches

Bühnenprogramm mit Musik, Schauspiel und Tanz. Bei einer der täglichen Stadtführungen oder einem abendlichen Rundgang mit dem Nachtwächter lassen sich Quedlinburgs schönste Plätze am besten entdecken. In der Adventszeit erstrahlt die Stadt in einem besonderen Glanz und lädt mit zahlreichen Veranstaltungen ein, sich stimmungsvoll auf die Weihnachtszeit vorzubereiten.

Machen wir uns auf, zu einem kleinen Rundgang durch Quedlinburg
Wir starten die Tour auf dem Marktplatz. Dieser wird von vielen stattlichen Häusern gesäumt. Einige waren einst Gildehäuser – so zum Beispiel das Gildehaus der Lohgerber, Hausnummer 13 und 14. Sehr sehenswert ist auch unser Rathaus, welches im Jahr 1310 erstmals schriftlich erwähnt wurde. Die Balken des Dachstuhls belegen, dass es bereits 1290 fertiggestellt war. Vom Marktplatz gehen wir durch die kleine Straße „Hoken“, links neben dem Rathaus, in Richtung Marktkirchhof. Im Hoken haben im Mittelalter die einfachen Händler, Hökerer genannt, ihre Waren verkauft. Interessant ist der alte Fensterlanden am Haus Hoken 4. Auf dem Marktkirchhof können wir Fachwerkhäuser aus vier Bauepochen direkt nebeneinander bestaunen: Haus Nummer 5 stammt aus der Zeit der Gotik, Nr. 6 aus der Renaissance, die Häuser 7 bis 9 aus der Barockzeit und Nummer 10 aus dem Klassizismus, auch als Historismus bezeichnet.

Den Marktkirchhof verlassen wir in südöstliche Richtung und gehen durch die Gassen: Stieg, Hölle und Pölle weiter. Entlang der Gassen können wir prächtige Fachwerkhäuser aus verschiedenen Jahrhunderten bestaunen. Der Straßenname „Hölle“ rührt vom Eckgebäude Hölle Nummer. 11 her – in einer Urkunde aus dem 13. Jahrhundert wird das Gebäudeensemble als „Höllenhof“ bezeichnet. Von der Pölle gehen wir geradeaus in die Straße Word. Am Ende der Straße befindet sich auf der rechten Seite eines der ältesten komplett erhaltenen Fachwerkhäuser Deutschlands – der Ständerbau (1348). Heute ist dort das Fachwerkmuseum beheimatet. Vom Ständerbau geht es weiter zur Blasiistraße. Die Turmanlage der Blasiikirche wird auf das Jahr 1000 datiert. Vor der Kirche befindet sich der Schacht-Brunnen. Nun gehen wir durch die Hohe Straße, die Lange Gasse und den Finkenherd in Richtung Schlossberg. Am Finkenherd soll der sächsische Herzog Heinrich im Jahr 919 die Nachricht erhalten haben, dass man ihn zum ersten deutschen König wählen will. Die Wahl erfolgte dann noch im selben Jahr auf dem Reichstag in Fritzlar. Nun geht es hinauf zum Schlossberg. Der steile Aufstieg wird mit einem tollen Blick über die Stadt und den Harz entlohnt. Bei guter Sicht kann man sogar den Brocken sehen.

Die Marktkirche St. Benedikti hat ihren Ursprung in einer im 10. Jahrhundert errichteten frühromanischen Vorgängerkirche am Kreuzungspunkt alter Handelsstraßen. Einige Teile der damaligen Krypta sind heute noch erhalten. Ab circa 1100 entstand die Marktkirche (erstmals urkundlich erwähnt 1233) als Stadtkirche im Zentrum der historischen Quedlinburger Altstadt. Die Kirche hat sich von einer romanischen Basilika über Jahrhunderte zu ihrer jetzigen baulichen Form entwickelt. Aufgrund dessen finden sich dort architektonische Elemente und Ausstattungen aller bekannten Bauepochen wieder. Zwei große Rundbögen an der Ostwand des Turmmassivs und steinerne Altäre zeugen vom romanischen Ursprung des Gotteshauses. Die drei südlichen Arkaden mit Spitzbögen und 8-eckigen Pfeilern, sowie die Kalandskapelle mit dem Marienaltar (1480) und der Vesperaltar im Südschiff stammen aus der Gotik. Die Renaissance hinterließ flache Balkendecken über den Seitenschiffen und eine Schnitzkanzel mit hochkarätigen Hochreliefs zum Glaubensbekenntnis. Barocke Spuren sind unter anderem am hölzernen Tonnengewölbe über dem Mittelschiff, dem Taufstein aus Alabaster und der hölzernen König-David-Figur zu erkennen.

Neben dieser Vielfalt sind die spätromanische Orgel mit ihren 52 Registern und 3000 Pfeifen, sowie die drei neuen Buntglasfenster, welche den Weg Jesu von der Geburt bis zur Himmelfahrt darstellen, besonders sehenswert. Die Turmbedachung erhielt nach der Zerstörung des südlichen Helms durch einen Brand ihre jetzige Gestalt. Die damit zusammenhängenden Umbauten ermöglichten die Einrichtung einer Türmerwohnung.

Der überragende historische Wert der Stadt Quedlinburg und ihre umfassend erhaltene mittelalterliche Bausubstanz führte zur Aufnahme in das Weltkulturerbe der UNESCO. In einer noch weitgehend geschlossenen, mittelalterlich anmutenden Stadtanlage am Fuße des geschichtsträchtigen Schlossberges sind trotz erheblicher Verluste in den zurückliegenden Jahrzehnten 2069 Fachwerkhäuser erhalten geblieben. Quedlinburg gilt damit als das größte Flächendenkmal Deutschlands.

Das in seiner Art bisher einzige Fachwerkmuseum Deutschlands ist in einem Hochständerbau aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts untergebracht. Bei einem Ständerbau umstellen aufrecht stehende Balken, die „Ständer“, den Hauskörper vom Sockel bzw. von der Grundschwelle bis zum Dach. Durch die Ständer hindurch sind Deckenbalken „geschossen“, die das Haus in zwei Geschosse unterteilen. Zapfen mit Holzsplinten sichern gegen Zug- und Schubkräfte.

Im Fachwerkmuseum im Ständerbau wird über die Geschichte der Quedlinburger Fachwerkbaukunst vom 14. bis zum 19. Jahrhundert und über Restaurierungs- bzw. Rekonstruktionsmaßnahmen in der Welterbestadt Quedlinburg informiert. Anhand von Modellen wird die Stilentwicklung des Fachwerkbaus anschaulich erklärt.

Mit Veranstaltungen der unterschiedlichen Genres ist die Blasiikirche Quedlinburg ein sakraler Bau, in dem Kultur zu Hause ist. Konzerte, Ausstellungen und Kleinkunst werden hier jährlich von April bis Dezember geboten. Die Blasiikirche hat sich dank des Einsatzes sowohl verschiedener Institutionen als auch einzelner internationaler und regionaler Künstler zu einem herausragenden Kulturstandort entwickelt.

Für den Schachtbrunnen, 1911 vom Bildhauer Franz Blasek vor der Blasiikirche aufgestellt ist ein sechseckiger Brunnentrog charakteristisch. Dieser ist etwa einen Meter hoch und besteht aus festem hellgrauem Kalkstein. In der Mitte des Behälters erhebt sich eine Säule, an dessen Seiten sich je ein geschmiedeter Bronzewasserspeier befindet. An der Vorderfront der Säule ist das Quedlinburger Stadtwappen angebracht, an der Rückseite das Familienwappen des Stifters. Das eigentliche Kunstwerk befindet sich auf der Mittelsäule: Ein aus Bronze gefertigter Gärtnerjunge und ein Hund, das Quedlinburger Wappentier Quedel. Gestiftet wurde der Schachtbrunnen vom Kaufmann Friedrich Schacht.

Das Geburtshaus des Dichters Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803) wurde etwa um 1560 unterhalb des Quedlinburger Burgberges erbaut und ist eines der zahlreichen Architekturdenkmale der Welterbestadt Quedlinburg. Bereits 1899 wurde hier das erste Museum der Stadt, das Klopstockmuseum. eingerichtet. Seit dem vermittelt das Klopstockhaus einen Eindruck vom Leben und Werk des Dichters.

Die Lyonel-Feininger-Galerie ist ein Museum und Ausstellungshaus für die Kunst des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart. Sie ist dem Werk Lyonel Feiningers gewidmet und verfügt mit der Sammlung des Bauhäuslers und Quedlinburgers Dr. Hermann Klumpp, die sich als Dauerleihgabe in der Lyonel-Feininger-Galerie befindet, über einen der weltweit bedeutendsten Bestände an Druckgrafiken Feiningers. Das Museum ist Teil der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt und zählt zu den „kulturellen Leuchttürmen“ in den neuen Bundesländern. Das Haus verfügt auch über einen reichen Bestand an Druckgrafik aus der Zeit der DDR.

Die Stiftskirche St. Servatii ist das Herzstück der UNESCO-Welterbestadt Quedlinburg. Im frühen 10. Jahrhundert durch den ersten deutschen König Heinrich I. als Pfalzkapelle gegründet, wurde die Kirche 936 zu seiner Grablege. Auf Betreiben seiner Witwe, der heiligen Mathilde, entstand an dieser Stelle ein hochadeliges Damenstift, das auf das Engste mit der ottonischen und salischen Herrscherfamilie verbunden war und die liturgische Erinnerung an den Königsgräbern pflegte. Hochromanische Architektur und mittelalterliche Schatzkunst laden zum Entdecken ein und lassen den Ort der ersten deutschen Könige und Kaiser lebendig werden. König Heinrich I. und seine Gemahlin, die heilige Mathilde, legten hier den Grundstein für die Entwicklung von Stift, Stadt und Staat. Die Tradition der Ottonen nach Quedlinburg zu kommen, pflegten auch spätere Kaiser. Der weltberühmte Schatz der Stiftskirche ist bis heute beeindruckendes Zeugnis dieser reichhaltigen Geschichte. Neben Skulpturen und Tafelmalereien haben sich einzigartige Goldschmiedearbeiten, feine Schnitzereien aus Elfenbein und strahlende Werke orientalischer Kristallschneidekunst erhalten. Ein besonderer Höhepunkt ist ein Knüpfteppich aus der Zeit um 1200, der älteste erhaltene Knüpfteppich Europas.

Lohnenswert ist auch ein Ausflug zur Stiftskirche in Gernrode. Die 1050-jährige romanische Stiftskirche Sankt Cyriakus in Gernrode empfängt ihre Gäste und Besucher zu den Gottesdiensten, Andachten, Konzerten und Veranstaltungen der evangelischen Kirchengemeinde ebenso wie zu den katholischen Messen und ökumenischen oder überregionalen Treffen. Außerdem besteht die Möglichkeit an fachkundigen Kirchenführungen teilzunehmen. Eine Besonderheit der Stiftskirche ist die dreischiffige Ostkrypta. Sie bildet die Kreuzform nach und stellt den ältesten Bauteil der Kirche dar. Hier soll Markgraf Gero die Unterarmreliquie des Heiligen Cyriakus aus Rom in einer Nische aufgestellt haben. Noch heute wird der Raum für ökumenische Andachten genutzt.

Das bedeutendste Kunstwerk Gernrodes stellt das Heilige Grab dar, das im südlichen Seitenschiff noch vor dem ersten Kreuzzug entstanden ist. Es ist nördlich der Alpen die älteste erhaltene Nachbildung des Grabes Christi in Jerusalem und weist wie jenes eine Vorkammer und eine Hauptkammer auf. Diese Architektur wurde in ein Passionsspiel einbezogen, das in Gernrode nach einer Handschrift von 1502 seit einigen Jahren wiederbelebt wurde.

Text: Nico Reischke, Quedlinburg Tourismus-Marketing GmbH

Übernachtungsmöglichkeiten

Harz-Camp Bremer Teich
Bremer Dammteich 3
06485 Quedlinburg
Telefon: +49 (0)39485/ 60810
E-Mail: info@harz-camp-gernrode.de
https://www.harz-camp-gernrode.de/

Harzer Harzer Kurcamping
Am Schwedderberg 30B
06485 Quedlinburg, Ortsteil Gernrode/Harz
Tel (03 94 85) 6 24 46
Handy (01 70) 6 03 38 61
E-Mail: info@feriengarten.de
https://www.kurcamping-harz.de

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