Machen Sie Ihr Wohnmobil fit für einen gesunden Winterschlaf

Machen Sie Ihr Wohnmobil fit für einen gesunden Winterschlaf

28. Oktober 2023 / Erlebniswelt, Oktober 2023
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Special

Foto: c/o Volker Ammann

Machen Sie Ihr Wohnmobil fit
für einen gesunden Winterschlaf

Foto: c/o Volker Ammann
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Checkliste für einen gesunden Winterschlaf.
Checkliste für einen gesunden Winterschlaf.
Checkliste für einen gesunden Winterschlaf.
Checkliste für einen gesunden Winterschlaf.

Alle Jahre wieder und immer das gleiche Prozedere, auch auf die Gefahr hin, dass wir uns wiederholen. Aber – damit Wohnmobil oder Wohnwagen unbeschadet durch den Winter kommt, sind vor dem Winterschlaf einige Dinge zu erledigen. Ihr Reisegefährt dankt es Ihnen mit einer langen Lebensdauer und viel Freude damit.

Die Tage werden kürzer, die Wälder werden bunter, die Temperaturen sinken: Der Winter steht vor der Tür. Für viele Camper heißt es jetzt, die Saison ist zu Ende. Und das stellt sich jedes Jahr die Frage: Wie mache ich mein Wohnmobil winterfest. So, dass ich im Frühjahr gleich durchstarten kann? Für diejenigen, die sich noch nicht fürs Wintercamping begeistern können, geben wir in diesem Artikel einige Tipps, damit das Wohnmobil fit durch den Winter kommt.
Die nebenstehende Checkliste zum Thema können Sie hier downloaden.

Vor dem Einwintern ist eine Pflege für innen und außen Pflicht.
Wohnmobil oder Wohnwagen werden mit Autoshampoo einmal komplett eingeseift. Dabei darf man das Dach nicht vergessen, denn hier sammelt sich der meiste Schmutz an. Entdeckt man bei der Reinigung kleinere Lackschäden, sollten die gleich ausgebessert beziehungsweise nachlackiert werden. Den Unterboden ebenfalls intensiv reinigen, denn hier sammeln sich jede Menge Erde und Sand an. Wer ausreichend Zeit hat und seinem Fahrzeug Gutes tun möchte, behandelt sein Wohnmobil und Wohnwagen, mit Flüssigwachs und gibt ihm mit einer Poliermaschine einen feinen Glanz. Das ist zugegeben etwas mühselig, doch der Aufbau ist dann aber besser vor Wetter und Schmutz geschützt. Und – die nächste Außenwäsche wird leichter, da sich neuer Schmutz schlechter anhaften kann.  Gummidichtungen an Fenstern und Türen sollten nur mit silikonfreien Mitteln aus dem Fachhandel gereinigt werden. Beim Auftragen des Reinigungsmittels sparsam damit umgehen.

Ganz wichtig: Tank- und Technikkontrollen vor dem Winterschlaf durchführen.

Bevor das rollende Zuhause in den Winterschlaf geschickt wird, müssen die Füllstände von Frostschutz, Kühlwasser und Scheibenwaschanlage kontrolliert und gegebenenfalls aufgefüllt werden. Tankt man das Fahrzeug voll, was empfehlenswert ist, wird das Luftvolumen im Tank vermindert. Dadurch bildet sich an der Innenseite des Tanks weniger Kondenswasser, welches sich mit dem Kraftstoff vermischt. Bei Metalltanks wird so die Rostbildung verhindert.

Steht das Wohnmobil, der Wohnwagen am richtigen Platz, erhöht man den Luftdruck der Reifen um etwa ein halbes Bar, um den schleichenden Luftverlust über die Standzeit auszugleichen. Verfügt das Reisemobil, der Wohnwagen über Stützen, kurbelt man diese so weit raus, damit die Reifen nicht das gesamte Gewicht tragen müssen. Damit die Bremsklötze nicht einrosten und sich an der Bremstrommel festkleben, legt man den ersten Gang ein und löst die Handbremse. Keile unter den Reifen verhindern, dass das Fahrzeug wegrollt.

Damit über die Winterstandzeit keine Schäden entstehen, braucht das komplette Wassersystem jetzt ausreichend Fürsorge. Oberstes Gebot: Das Einfrieren von Wasser in den Leitungen und Geräten muss verhindert werden. Bleibt diese Sorgfalt aus, platzen im schlimmsten Fall die Wasserleitungen. Tritt der Supergau ein, sind teure Einbaugeräte wie Boiler und Pumpe auch hinüber. Außerdem kann stehendes Wasser kann faulig werden und dadurch gesundheitsschädlich sein. Die Reparaturen machen wenig Spaß und sind teuer.

Um das Reisemobil/Wohnwagen wintersicher zu machen, muss das Wassersystem komplett entleert werden. Hört sich einfach an, ist aber oft gar nicht so leicht, gerade bei einer Druckwasser-Anlage. Damit‘s klappt, sind folgende Schritte empfehlenswert:

  1. 1. Frischwassertank
    Als erstes ist dieser Tank an der Reihe. An der tiefsten Stelle der Wasserinstallation befindet sich das Ablassventil. Pumpen-Trennschalter ausschalten und das Überdruck-/Ablassventil öffnen.
  2. 2. Boiler
    Das Ablassventil des Boilers öffnen und das Restwasser komplett auslaufen lassen. Achtung: Manchmal ist der Plastikschlauch geknickt und verhindert, dass Luft in den Boiler gelingen kann.
  3. 3. Armaturen
    Wasserhähne einer nach dem anderen aufdrehen und die Mischbatterie auf Mittelstellung bringen. Am besten fängt man mit der längsten Leitung an.
  4. 4. Dusche
    Den Duschkopf auf den Boden legen, so dass auch der Duschschlauch komplett leerlaufen kann.
  5. 5. Siphons
    Lassen sich die Siphons einfach aufschrauben, diese ebenfalls trockenlegen.
  6. 6. Pumpe
    Schalten Sie jetzt die Pumpe einige Sekunden an, bis aus den Armaturen nur noch Luft kommt. Stellen Sie die Pumpe dann wieder ab, lassen die Hähne aber vorerst geöffnet.
  7. 7. Druckluft
    Verfügen Sie über ein Druckluftgerät? Dann können Sie auf Nummer sicher gehen und eventuelles Restwasser über die Armaturen noch einzeln ausblasen. Doch Vorsicht: Ohne ein geöffnetes Ventil können die Leitungen platzen!
  8. 8. Tankreinigung
    Den Tank gründlich reinigen – am besten mit Bürste, Schwamm und geeigneten Reinigungsmitteln. Danach gut trockenwischen, bei geöffnetem Weithalsverschluss kann er dann noch nachtrocknen. Schließlich wollen wir Keimen schließlich keinen feuchten Nährboden bieten.
  9. 9. Abwassertank
    Lassen Sie auch den Abwassertank ab. Schließen Sie den Hahn aber nach der Leerung wieder, damit keine Mäuse hinein krabbeln können.
  10. 10. Fäkalientank
    Vergessen Sie nicht die Spülanlage der Toilette und den Fäkalientank: beides leeren und reinigen.
  11. 11. Druckpumpe
    Das Entwässern der Druckwasserpumpe ist etwas kniffelig, da sie keine Abflussöffnung besitzt. Ziehen Sie den Abflussschlauch von der Pumpe ab und schalten Sie sie – aber nicht zu lange – ein. Sie pumpt noch etwa eine Tasse voll Wasser heraus.
  12. 12. Zum Abschluss
    Befestigen Sie den Abflussschlauch wieder und schließen sämtliche Hähne und Ventile, damit sich keine Insekten zur Überwinterung einnisten.
    Steht das Mobil den Winter über frostfrei, den Wassertank füllen und das Wasser konservieren. Die Gasflaschen dreht man zu.

Stellplatz

Wohnmobile und Wohnwagen, die abgemeldet sind, dürfen dann nicht mehr auf öffentlichen Verkehrsflächen abgestellt werden. Bei gemieteten Parkplätzen sollten man die auf die Vertragsbedingungen achten, denn nicht immer ist die Nutzung für abgemeldete Fahrzeuge erlaubt. Stellplätze, die überdacht und vor Witterung geschützt sind, sind für eine Überwinterung am besten geeignet. Ist der Abstellplatz nicht trocken genug, sorgen elektrische oder natürliche Luftentfeuchter dafür, dass sich im Inneren des Fahrzeugs keine Feuchtigkeit ansammelt.

Steht das Wohnmobil, der Wohnwagen über Winter im Freien, sollte man es nicht unter einem Baum stehen zu lassen. Herunterfallende Äste und Schnee können enorme Schäden verursachen. Und auch der Kot von Vögeln sowie anhaftende Blätter können den Lack beschädigen.

Versicherung

Wer sein Wohnmobil über Winter nicht nutzt, sollte es bis zum Beginn der nächsten Camping-Saison abmelden. So spart man Steuern und Versicherungsgebühren, die man im nächsten Jahr in neue Wohnmobil-Ausstattung oder andere Urlaubsfreuden investieren kann. Es ist gegebenenfalls sinnvoll, eine Ruheversicherung abzuschließen. Diese deckt Schäden durch Hagel, Einbruch und Tiere ab, nicht aber Beschädigungen durch Vandalismus. Bedingung dafür ist, dass das Fahrzeug auf einem abgezäunten Grundstück steht. Außerdem sollte man auf den Termin der TÜV-Überprüfung achten. Fällt dieser in die Zeit der Überwinterung, sollten man ihn noch vorziehen, um Unannehmlichkeiten zu vermeiden und die nächste Wohnmobil-Reise sorgenfrei anzutreten zu können.

Alles erledigt? Dann steht dem Winterschlaf nichts mehr im Wege. Damit Sie nichts vergessen, sollten Sie sich die Checkliste, siehe Einleitung, zu diesem Thema downloaden.

Text: Volker Ammann, Titelbild: c/o Volker Ammann

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