Ein Tag in Würzburg: Barockzauber, Mainblick und fränkischer Genuss

Städtereise

Ein Tag in Würzburg: Barockzauber, Mainblick und fränkischer Genuss






Es gibt Städte, die sieht man sich an – und es gibt Städte, die spürt man sofort. Würzburg gehört definitiv zur zweiten Kategorie. Wenn man morgens das Wohnmobil geparkt hat, liegt dieser feine Duft von Geschichte, barocker Eleganz und fränkischer Gemütlichkeit in der Luft. Machen wir uns auf den Weg durch die Stadt, sprichwörtlich von Schoppen zu Schoppen. Unser Rundgang dauert circa drei bis vier Stunden, ohne Museumsbesuche.
Fürstlicher Auftakt an der Residenz
Wir beginnen unseren Rundgang am Residenzplatz. Schon beim Betreten des UNESCO-Weltkulturerbes, der Würzburger Residenz, verschlägt es uns die Sprache: Balthasar Neumanns imposantes Treppenhaus und das gigantische Deckenfresko von Giovanni Battista Tiepolo wirken fast surreal. Nach dem Staunen entfliehen wir kurz in den schattigen, penibel gepflegten Hofgarten für eine erste Durchschnaufpause.
Tipp: Im Anschluss spazieren wir kostenfrei durch den im französischen und englischen Stil angelegten Hofgarten hinter dem Schloss.
Kirchen, Minnesang & Markttreiben
Schlendert man die Domstraße hinunter, steht man direkt vor dem St. Kiliansdom und der wunderschönen Barockfassade des Neumünsters. Ein kleiner Geheimtipp am Rande: Hinter der Kirche versteckt sich das Lusamgärtlein – hier liegt der Minnesänger Walther von der Vogelweide begraben. Nur wenige Schritte weiter stehen wir mitten auf dem belebten Marktplatz, eingerahmt von der rot-weißen Marienkapelle. Direkt daneben steht das Falkenhaus mit einer der prächtigsten Rokoko-Stuckfassaden Süddeutschlands (heute Sitz der Tourist-Information).
Stärkung im Würzburger Ratskeller
Wem jetzt der Magen knurrt und, wer hat keinen Hunger, und wer ein Mittagessen im geschichtsträchtigen Ambiente statt Fastfood mag, der kehrt im Würzburger Ratskeller (direkt am Beim Grafeneckart) ein. Bei deftigen fränkischen Bratwürsten mit Kraut und einem frischen kühlen Wasser oder erstem Wein schöpft der Besucher Kraft für die zweite Tageshälfte.
Der legendäre Brückenschoppen
Das Highlight unserer Runde. Vom Ratskeller sind es nur ein paar Meter zur Alten Mainbrücke. Was hier abgeht, ist pure Lebensfreude: Menschen jeden Alters stehen mit einem Glas Wein in der Hand an den Steinbrüstungen, lachen und genießen die Sonne. Wir holen uns am Fenster der Weinbar Mainwein ein Glas fränkischen Silvaner. Der Blick von hier oben auf den schimmernden Main und die darüberliegenden Weinberge ist schlicht unbezahlbar.
Aufstieg zur Festung Marienberg
Gestärkt und mit bester Laune machen wir uns an den Anstieg zur Festung Marienberg. Der Weg führt sanft geschwungen durch die steilen Weinberge nach oben. Ja, man gerät etwas ins Schwitzen, aber sobald man oben im Fürstengarten steht und das komplette Dächermeer Würzburgs zu Füßen liegt, ist jede Anstrengung vergessen.
Wer noch Kondition hat, folgt dem Stationsweg hinauf zum Käppele. Die von Balthasar Neumann entworfene Barockkirche liegt etwas oberhalb der Stadt und bietet zur Goldenen Stunde einen ruhigen, fast magischen Ausblick fernab der Touristengruppen.
Abendessen in der Weinstube
Zum Abschluss des Tages gehen wir wieder hinab in die Altstadt. In der traditionsreichen Bürgerspital Weinstube oder alternativ im Stachel, Würzburgs ältester Gaststätte, lassen wir den Tag bei Schäufele mit Reibekloß und einem vollmundigen Bocksbeutel entspannt ausklingen.
Kulinarischer Insider-Tipp: In den traditionellen Weinstuben (wie dem Bürgerspital oder Juliusspital) neben dem Frankenwein auch die typische Meefischli (gebackene Kleine Fische aus dem Main) probieren.
Kulinarik-Tipps auf einen Blick
| Lokations-Typ | Name & Adresse | Was man probieren sollte |
| Gastro-Pause (Mittag) | Würzburger Ratskeller (Beim Grafeneckart 1) | Original Fränkische Rostbratwürste auf Fasskraut |
| Wein-Treff (Nachmittag) | Mainwein Weinbar (Alte Mainbrücke 4) | Ein kühles Glas Silvaner direkt auf der Brücke |
| Einkehr (Abend) | Bürgerspital Weinstube (Theaterstraße 19) | Zartes Schäufele mit Kruste & ein Bocksbeutel |
| Süßer Abstecher | Café Eichberg (Erthalstraße 34) | Hausgemachte Kuchen & Pralinen |
Fazit: Würzburg ist eine Stadt, die man am besten langsam genießt. Nicht von Bauwerk zu Bauwerk hetzen – sondern von der fränkischen Gemütlichkeit treiben lassen und den Moment genießen!
Text: Vam, Titelbild: ©Congress-Tourismus-Würzburg, Dietmar Denger
Wir bedanken uns bei Congress-Tourismus-Würzburg für die freundliche Unterstützung.
Übernachten
Wohnmobilstellplatz Würzburg, Friedensbrücke
An der Friedensbrücke
97070 Würzburg
Tel.: +49(0)931-361908
Campingplatz Kalte Quelle
Winterhäuser Str. 160
97084 Würzburg
Telefon: 0931/65598
E-Mail: info@kalte-quelle.de
