Plön: Ein Logenplatz zwischen elf Seen

Plön: Ein Logenplatz zwischen elf Seen

30. April 2026 / Erlebniswelt, Mai 2026
Foto: ©Iborowiakziehe
Erlebniswelt

Städtereise

Foto: ©Iborowiakziehe
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Plön: Ein Logenplatz zwischen elf Seen

Stadtrundfahrt vom Wasser aus. Foto: ©TI GPS Tatjana Kay
Stadtrundfahrt vom Wasser aus. Foto: ©TI GPS Tatjana Kay
Prinzenhaus. Foto: ©borowiakziehe KG Außenansicht Prinzenhaus Plön
Prinzenhaus. Foto: ©borowiakziehe KG Außenansicht Prinzenhaus Plön
Der Marstall in Plön.Prinzenhaus. Foto: ©TI GPS Katharina Göde
Der Marstall in Plön.Prinzenhaus. Foto: ©TI GPS Katharina Göde
Innenstadt von Plön. Foto: ©TI Plön Anne Weise
Innenstadt von Plön. Foto: ©TI Plön Anne Weise
"Eine Seefahrt, die ist luasrtig." Foto: ©TI GPS Jalost Studio
"Eine Seefahrt die ist luasrtig." Foto: ©TI GPS Jalost Studio
Wandern am Schöhsee Foto: ©sh tourismus.de, MOCANOX
Wandern am Schöhsee Foto: ©sh tourismus.de, MOCANOX

Wer Plön zum ersten Mal besucht, glaubt fast an eine optische Täuschung: Wo hört die Stadt auf und wo fängt der See an? Das „Venedig des Nordens“ (wie es Lokalpatrioten gern nennen) besticht durch eine Lage, die in Deutschland ihresgleichen sucht. Eingebettet in die sanften Hügel der Holsteinischen Schweiz, bietet Plön eine Mischung aus herzoglichem Glanz und maritimem Kleinstadt-Charme. Begleiten Sie uns auf einen Stadtrundgang, der Geschichte atmet und den Blick immer wieder auf das glitzernde Blau lenkt.

1. Der Start: Zwischen Rathaus und „Brandenburger Tor“

Unser Rundgang beginnt am historischen Marktplatz. Hier zeigt sich Plön von seiner bodenständigen Seite. Bevor man sich den herrschaftlichen Höhen zuwendet, lohnt ein Blick auf das Plöner Rathaus. Ein kurioses Detail erwartet Besucher in der Rathaustwiete: Das „Brandenburger Tor“. Nein, hier stehen keine Quadriga und keine Säulen – es ist ein charmanter Torbogen, benannt nach einem ehemaligen Bürgermeister, der heute als beliebte Fotokulisse dient.

Tipp: In den verwinkelten Gassen der Altstadt finden sich kleine Boutiquen und Cafés, die ideal für ein zweites Frühstück sind.

2. Der Aufstieg zum Weißen Schloss

Vom Markt aus führt der Weg stetig bergauf. Das Ziel ist unübersehbar: Das Plöner Schloss. Das strahlend weiße Gebäude aus dem 17. Jahrhundert thront majestätisch über dem Großen Plöner See. Einst Residenz der Herzöge von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Plön und später Sommerresidenz der dänischen Könige, beherbergt es heute die Fielmann-Akademie.

Erleben: Die Schlossterrasse bietet das wohl spektakulärste Panorama der Region. Bei gutem Wetter reicht der Blick weit über die Inselwelt des Sees.

Führungen: Auch 2026 finden regelmäßig Schlossführungen statt (oft am Wochenende), bei denen man einen Blick in die prunkvollen Säle werfen kann.

3. Das Schlossgebiet: Ein begehbares Geschichtsbuch

Hinter dem Schloss erstreckt sich eines der am besten erhaltenen Schlossensemble Deutschlands. Wir schlendern vorbei an:

Dem Prinzenhaus: Ein zierliches Rokoko-Juwel, das früher als Gartenhaus und später als Schule für die Kaisersöhne diente.

Der alten Schwimmhalle: Heute ein Kulturforum, besticht das Jugendstilgebäude durch seine Architektur.

Der Alten Schlossgärtnerei: Ein absolutes Muss für Gartenfreunde. Hier kann man nicht nur historische Obstsorten entdecken, sondern im Café bei einem Stück hausgemachtem Kuchen die Seele baumeln lassen.

4. Abgetaucht: Die Prinzeninsel

Vom Schlossgebiet führt ein schattiger Weg direkt ans Ufer des Großen Plöner Sees. Wir folgen dem Strandweg Richtung Prinzeninsel. Dieser etwa zwei Kilometer lange Halbinsel-Ausläufer ist autofrei und bietet Natur pur.

Nach einem entspannten Spaziergang erreicht man das historische Niedersächsische Bauernhaus am Ende der Insel. Hier schmeckt die regionale Holsteiner Küche besonders gut, während die Wellen leise gegen den Bootsanleger klatschen. Wer nicht zurücklaufen möchte, nimmt in der Saison einfach die Fähre zurück zur Stadtbucht.

5. Der Ausklang: Maritimes Flair in der Stadtbucht

Zurück im Zentrum endet unser Rundgang an der Stadtbucht. Hier schlägt das touristische Herz Plöns. Ob Tretbootfahren, eine Runde Stand-Up-Paddling oder eine klassische Fünf-Seen-Fahrt – das Wasser ist hier der Hauptakteur.

Fazit: Plön ist kein Ort für Eile. Es ist eine Stadt der Perspektiven – mal blickt man von oben herab auf das Wasser, mal vom Boot aus hinauf zum Schloss. Ein Tag hier fühlt sich an wie eine ganze Woche Urlaub.

Wer durch Plön spaziert, merkt schnell: Die Nähe zum Wasser prägt nicht nur die Aussicht, sondern auch die Speisekarte. Die Kulinarik hier ist eine ehrliche Mischung aus fangfrischem Fisch, holsteinischer Tradition und modernem Café-Flair.

Hier ist ein kleiner Guide für Ihre kulinarische Entdeckungstour:

  1. Fangfrisch aus dem See: Der Klassiker

In einer Stadt, die fast komplett von Wasser umschlossen ist, führt kein Weg an Fisch vorbei.

  • Fischereibetrieb Foth: Direkt am See gelegen, ist dies die Adresse für Fischliebhaber. Hier gibt es den Fisch nicht nur fangfrisch für die heimische Küche, sondern man kann auf der Terrasse direkt kleine Köstlichkeiten genießen. Besonders beliebt sind die Maränchen (eine regionale Spezialität) oder klassische Fischbrötchen.
  • Restaurant Seeprinz: Wer Fisch mit gehobenem Flair und direktem Blick auf die Stadtbucht genießen möchte, ist hier richtig. Die Terrasse ist ein Logenplatz für den Sonnenuntergang.
  1. Traditionell Holsteinerisch: „Söötsuur“ & Co.

Die Holsteiner Küche liebt den Kontrast zwischen süß und sauer (plattdeutsch: söötsuur).

  • Brasserie am Schlossberg: Ein alteingesessenes Haus, das Klassiker der deutschen Küche mit regionalem Einschlag serviert. Ob Rinderrouladen oder Königsberger Klopse – hier schmeckt es „wie bei Muttern“, aber auf handwerklich hohem Niveau.
  • Holsteiner Spezialitäten: Halten Sie auf den Karten Ausschau nach Holsteiner Sauerfleisch (serviert mit Bratkartoffeln und Remoulade) oder – für Mutige – Birnen, Bohnen und Speck.
  1. Kaffeekultur im Grünen und Maritimen

Plön hat eine ausgeprägte Café-Szene, die vor allem durch ihre besondere Lage besticht:

  • Café Gröönte (Alte Schlossgärtnerei): Ein echter Geheimtipp. Sie sitzen mitten im Grünen zwischen Kräutern und alten Obstbäumen. Der hausgebackene Kuchen und die Quiches sind legendär, die Atmosphäre ist entspannt und fast schon verwunschen.
  • Markt 11: Direkt am Marktplatz gelegen, bietet dieses Café ein maritimes „Beach-Feeling“. Perfekt für ein ausgiebiges Frühstück oder ein Stück Torte, während man das Treiben rund um die Nikolaikirche beobachtet.
  • Café-Restaurant Prinzeninsel: Das Ziel jeder Wanderung. In dem historischen Reetdachhaus wird der hausgemachte Lachs als Spezialität angepriesen. Der Blick auf den See ist hier inklusive und macht den Kaffee am Nachmittag doppelt so gut.
  1. Ein „Absacker“ mit Aussicht
  • Aussicht 2.0: Dieses Lokal macht seinem Namen alle Ehre. Die Terrasse bietet einen Rundumblick auf das Wasser. Ideal für einen Sundowner oder ein kühles Bier nach einem langen Spaziergang.

Kulinarik-Tipp für Entdecker:

Besuchen Sie die Kräutermanufaktur in der Schlossgärtnerei. Dort gibt es hausgemachte Pestos, Marmeladen und Säfte aus regionalen Zutaten – ein ideales Mitbringsel, das den Geschmack von Plön mit nach Hause bringt. Egal ob Sie ein Fischbrötchen „auf die Hand“ in der Stadtbucht essen oder ein 3-Gänge-Menü am Schlossberg genießen: In Plön schmeckt man die Frische des Nordens bei jedem Bissen.

Wenn man in Plön nach dem kulinarischen Aushängeschild fragt, dann führt kein Weg an der Plöner See-Maräne vorbei. Sie ist weit mehr als nur ein Fischgericht; sie ist ein Stück Identität der Holsteinischen Schweiz. Während die Maräne (ein lachsartiger Fisch) in vielen Teilen Deutschlands selten geworden ist, hat sie in den tiefen, kalten und sauerstoffreichen Gewässern des Plöner Sees ideale Bedingungen.

Das Gericht: Gebratene Plöner See-Maräne „Müllerin Art“

Traditionell wird der Fisch sehr puristisch zubereitet, um seinen feinen, fast nussigen Eigengeschmack nicht zu überdecken.

  • Zubereitung: Der Fisch wird ausgenommen, leicht gesäuert, gesalzen und in Mehl gewendet. Danach brät der Fischer oder Koch ihn in reichlich Butter goldbraun aus.
  • Beilagen: Klassischerweise werden dazu Petersilienkartoffeln (natürlich aus der Region) und eine hausgemachte Zitronen-Butter-Sauce serviert. Oft gibt es dazu einen kleinen Gurkensalat mit viel Dill, der die Frische des Gerichts unterstreicht.
  • Der Geschmack: Das Fleisch ist weiß, sehr zart und deutlich feiner als das einer Forelle.

Wo man sie essen sollte:

Am authentischsten genießen Sie die Maräne direkt beim Fischer Foth (Fischerei am Schlossberg). Dort wird der Fisch in der eigenen Räucherei oder dem kleinen Restaurant verarbeitet. Wenn Sie Glück haben, sitzen Sie auf der Terrasse, blicken auf den See und wissen: Der Fisch auf Ihrem Teller war vor wenigen Stunden noch genau dort im Wasser.

Eine süße Alternative: Der „Plöner Prinzenkuss“

Sollte Ihnen eher nach etwas Süßem sein, suchen Sie in den örtlichen Cafés nach dem Plöner Prinzenkuss. Das ist eine spezielle Pralinen- oder Gebäckkreation (oft ein Baiser-Gebäck mit feiner Füllung), die als Hommage an die romantische Geschichte des Schlosses und der Prinzeninsel kreiert wurde.

Text: VAM, erstellt mit Gemini, Titelbild: ©sh-tourismus.de, borowiakziehe-KG

Übernachtung

Für Camping-Fans ist Plön ein wahres Paradies. Durch die zerklüftete Seenlandschaft gibt es Plätze, die fast rundherum von Wasser umschlossen sind. Egal ob mit dem Luxus-Liner, dem Bulli oder dem kleinen Wanderzelt – hier findet jeder seine Nische.

Das sind die Top-Adressen (Stand 2026):

  1. Naturcamping Spitzenort – Der „Logenplatz“

Dieser Platz ist legendär und mehrfach ausgezeichnet (u.a. 5-Sterne-Superior). Er liegt auf einer Halbinsel, die in den Großen Plöner See ragt, und ist an drei Seiten von Wasser umgeben.

  • Lage: Nur ca. 1,5 km vom Stadtzentrum entfernt – ideal, um das Schloss zu Fuß zu erkunden.
  • Highlight: Ein eigenes Wassersportzentrum mit Kanuverleih und Segelschule direkt am Platz.
  • Besonderheit: Es gibt einen modernen Wohnmobilhafen vor der Schranke für Kurzentschlossene.
  1. Campingpark Augstfelde – Das Familien-Eldorado

  • Etwas südöstlich von Plön am Vierer See gelegen, ist dieser Platz eine eigene kleine Welt für sich.
  • Lage: Eingebettet in die hügelige Landschaft von Bösdorf (ca. 6 km von Plön).
  • Highlight: Riesiges Areal mit eigenem Wellnessbereich, Indoor-Spielplatz für Schietwetter-Tage und drei Sandbuchten am See.
  • Kulinarik: Das platzeigene Restaurant „Rustikate“ ist auch bei Einheimischen beliebt.
  1. Campingpark Gut Ruhleben – Natur pur

  • Dieser Platz liegt direkt am Großen Plöner See und besticht durch seine terrassenartige Anlage, die fast von jedem Stellplatz aus einen Blick aufs Wasser ermöglicht.
  • Lage: Direkt am Seeufer, ruhig und naturnah.
  • Vibe: Perfekt für Wanderer und Radfahrer, da der See-Rundweg direkt am Platz vorbeiführt.
  1. Kanucenter Plön – Für Wasserwanderer

Wenn Sie mit dem Zelt und dem Boot unterwegs sind, ist das Kanucenter die erste Wahl.

  • Angebot: Neben Stellplätzen für Wohnwagen gibt es spezielle Wiesen für Paddler und Radfahrer.
  • Service: Es ist der perfekte Startpunkt für Touren über die Schwentine.

Camping-Tipps für die Region:

  • Baustellen-Info 2026: Beachten Sie bei der Anreise mit dem Gespann, dass die B76 zwischen Plön und Kiel aktuell wegen Sanierungsarbeiten teils gesperrt ist. Planen Sie etwas mehr Zeit für die Umleitung ein.
  • Früh buchen: Besonders die Plätze in „Spitzenort“ sind für die Sommerferien 2026 oft schon Monate im Voraus reserviert.
  • Preisniveau: Für einen Komfort-Stellplatz (2 Personen) sollten Sie mit etwa 32 € bis 40 € pro Nacht rechnen (inkl. Strom/Wasser).

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