Viermal UNESCO-Weltkulturerbe in einer Straße – das gibt es nur in der Lutherstadt Wittenberg.

Viermal UNESCO-Weltkulturerbe in einer Straße – das gibt es nur in der Lutherstadt Wittenberg.

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Städtereise

Viermal UNESCO-Weltkulturerbe
in einer Straße – das gibt es nur in
der Lutherstadt Wittenberg.

Die Schlosskirche mit dem berühmtesten Bibelspruch Luthers unterhalb der Kuppel, Foto: Volker Ammann
An diese Tür der Schlosskirche schlug Martin Luther vor 500 Jahren seine 95 Thesen an., Foto: Volker Ammann
Innenhof des Wittenberger Schlosses, Foto: Volker Ammann
Cranach-Haus am Markt Nummer 4. Hier wurde die Bibelübersetzung Luthers vervielfältigt, Foto: Volker Ammann
Phillip Melanchthons Haus, rechts daneben das moderne Gebäude mit der Dauerausstellung des Gelehrten, Foto: Volker Ammann
Lukas Cranach-Hof in der Collegienstrasse, Foto: Volker Ammann
Historischer Torbogen, Eingang zum Lutherhaus, Foto: Volker Ammann
Historischer Schriftzug von Luther im Eingang zum Augusteum, Foto: Volker Ammann
Innenhof der Wittenberger Universität „Alma Mater Leucorea“ Foto: Volker Ammann
Innenhof des Lutherhauses, Foto: Volker Ammann
Augusteum und Lutherhaus, Foto: Volker Ammann
Die Kirche St. Marien von der Mittelstraße aus gesehen, Foto: Volker Ammann
Bugenhagenhaus, Foto: Volker Ammann
Das älteste Gebäude von Wittenberg: die Stadtkirche St. Marien, Foto: Volker Ammann
Wittenbergs Marktplatz mit der Stadtkirche St. Marien im Hintergrund, Foto: Volker Ammann
Martin Luther steht auch auf dem Markplatz vorm historischen Rathaus Wittenbergs, einem Meisterstück der Architektur, Foto: Volker Ammann

Um 1180 wurde die Stadt Wittenberg erstmals urkundlich als Burgwadium erwähnt. Zu dieser Zeit standen hier mehrere Burgen. Bereits 1227 war Wittenberg eine wichtige Marktsiedlung. 1260 wurde Wittenberg durch Albrecht II. (1250-1298) zur Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Wittenberg. Kurz darauf begann man mit dem Bau eines Franziskanerklosters. Die Kirche des Klosters diente den Herzogen später als Begräbnisstätte. Das Stadtrecht erhielt Wittenberg 1293 von dem Askanierherzog Albrecht II. Das Geschlecht der Askanier regierte die Stadt bis 1422. Das geistliche Leben der Stadt wurde von den Bischöfen von Brandenburg bestimmt. Diese vertrieben 1304 die Juden aus der Stadt. Das Zeugnis hierfür gibt die „Judensau“ an der Stadtkirche Wittenbergs. Solche Schandmale waren früher üblich, wurden später größtenteils zerstört. Friedrich III. (1463-1525), Kurfürst von Sachsen, der Friedrich der Weise genannt wurde, begann die Stadt Wittenberg ab dem Jahr 1486 auszubauen. In den Jahren 1489/90 bis 1525 ließ der das Schloss als seine Residenz auf den Fundamenten einer askanischen Burg errichten. Er war außerdem für den Bau der Elbebrücke im Jahr 1486 und die Gründung der Universität Wittenberg im Jahre 1502 verantwortlich. Friedrich der Weise holte bekannte Leute wie den Baumeister Konrad Pflüger, Lucas Cranach d. Ä., Albrecht Dürer und Tilman Riemenschneider in die Stadt. Außerdem hielt er über Martin Luther seine schützende Hand. Im Jahr 1938 erhielt die Stadt den offiziellen Titel Lutherstadt Wittenberg, den sie bis heute stolz trägt. Für die Arbeiter, die überwiegend in der chemischen Industrie tätig waren, legte man von 1916-1919 die Werkssiedlung Piesteritz an. Die als Gartenstadt angelegte Arbeitersiedlung ist die erste und größte autofreie Wohnsiedlung in Deutschland. Im Gegensatz zu der benachbarten Stadt Dessau wurde Wittenberg im Zweiten Weltkrieg kaum zerstört, was man der intakten Innenstadt auch ansieht. Die Lutherstätten Wittenbergs, das Lutherhaus, das Melanchthonhaus, das Schloss und die Schlosskirche wurden 1997 in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen. 

Machen wir uns auf, die Lutherstadt zu erobern.

Unser Stadtrundgang führt uns zu Stätten, die fast alle mit der Reformation zu tun haben, denn Martin Luther und seine Reformation machten Wittenberg weltberühmt.  Wir starten an der Tourismus-Information am Schlossplatz. Gegenüber befindet sich die Schlosskirche, dem wohl bedeutendsten Gebäude der Reformationsgeschichte. Dort wartet auch schon das erste Highlight auf uns, denn an die Tür der Schlosskirche schlug Martin Luther vor über 500 Jahren seine berühmten 95 Thesen an. Die Kirche wurde 1506 auf den Grundsteinen des ursprünglichen Schlosses des Kurfürsten von Sachsen errichtet.  Auf dem Kirchturm des geschichtsträchtigen Gotteshauses prangt die Textzeile des bekannten Psalms und Kirchenliedes Martin Luthers „Eine feste Burg ist unser Gott“ in großen Lettern auf dem Kirchturm. Besucher können, die Kirche ist täglich geöffnet, im Kircheninneren das Grab Luthers und die letzte Ruhestätte des Reformators Philipp Melanchthon besichtigen. Seit 1996 gehört die Schlosskirche zu den UNESCO-Welterbestätten.

Direkt an der Schlosskirche befindet sich das Schloss der Lutherstadt. Nach Fertigstellung der Sanierungsarbeiten beherbergt das Gebäude verschiedene Ausstellungen, Forschungsräume und ein Besucherzentrum. Im Erdgeschoss wurde eine Verbindung zur angrenzenden Schlosskirche geschaffen, welche zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Im Begegnungs- und Informationszentrum der Welterbestätte wird über die Bedeutung der Kirche im Zuge der Reformation informiert und Raum zur Reflektion geschaffen.

Wir laufen nun die die Schlossstraße, die wenig später in die Collegien-Straße mündet, entlang und kommen am Wilhelm-Weber-Haus vorbei zum Cranach-Hof und den Cranach Häusern. Der berühmte Maler Lucas Cranach der Ältere wurde 1505 von Kurfürst Friedrich dem Weisen an den sächsischen Hof nach Wittenberg berufen. Im heutigen Cranach-Haus am Markt 4 betrieb der Maler zusammen mit Christian Döring eine Druckerei, in der unter anderem die Bibelübersetzung Martin Luthers vervielfältigt wurde. Hier befindet sich heute die Dauerausstellung „Cranachs Welt“, in der Besucher alles Wissenswerte zum Leben und Wirken der Cranach-Familie erfahren. Darüber hinaus finden hier regelmäßig spannende Sonderausstellungen zu Themen rund um Buchdruck, Sprache und Kunst statt. 1517/1518 erwarb Cranach den größten Wittenberger Hof in der Schlossstraße 1, um seine Werkstatt zu erweitern. Hier können wir die historische Druckerstube bewundern und Einblicke in die alten Techniken des Buchdrucks bekommen. Im Cranach-Hof sind außerdem das Café 3 sowie die Hofwirtschaft beheimatet, wo sie drinnen oder draußen im historischen Innenhof bei Kaffee und Kuchen kurz innehalten können.

Weiter geht’s auf unserer Städtetour, immer der Collegienstraße entlang, zur Alten Universität, dem Melanchton- und Lutherhaus. Das im Stil der Renaissance erbaute Melanchthonhaus ist ein architektonisches Kleinod und gilt als eines der schönsten Bürgerhäuser der Lutherstadt Wittenberg. Das Wohnhaus wurde 1536 von Kurfürst Johann Friedrich für den Humanisten und Reformator Philipp Melanchthon und seine Familie errichtet. Seit 1996 steht das Haus auf der Liste der UNESCO Welterbestätten. Auf dem Nachbargrundstück wurde Anfang 2013 ein moderner Neubau eröffnet, indem die Dauerausstellung „Philipp Melanchthon: Leben – Werk – Wirkung“ über die Lebensverhältnisse und den Alltag Melanchthons und seiner Familie informiert.

Die altehrwürdige Wittenberger Universität „Alma Mater Leucorea“ wurde bereits im Jahr 1502 gegründet und übertraf zu ihrer Zeit alle anderen Universitäten Deutschlands in ihrem Ruf. Die altehrwürdige Wittenberger Universität „Alma Mater Leucorea“ wurde bereits im Jahr 1502 gegründet und übertraf zu ihrer Zeit in ihrem Ruf alle anderen Universitäten Deutschlands. Die wichtigsten Gelehrten dieser Zeit studierten und lehrten hier, so auch Martin Luther und Philipp Melanchthon. Im Dezember 1814 wurde die Universität geschlossen und nach Halle verlegt. Im Jahr 1994 wurde die Stiftung Leucorea mit dem Ziel gegründet, wieder akademisches Leben an der Stelle zu etablieren, wo vor über 500 Jahren eine der renommiertesten Universitäten stand. Nach der Zusammenführung mit der Universität Halle (Saale) ist in der Lutherstadt wieder ein Campus zum Lernen und Forschen entstanden.

Im direkten Anschluss an die Universität steht das Lutherhaus, mit seinem Vorderhaus, dem Augusteum. Das Lutherhaus wurde 1504 als Augustinerkloster errichtet. Damals noch unter dem Namen „Schwarzes Kloster“ bekannt, spielte der Name auf die Kuttenfarbe der Augustinermönche an. Auch Martin Luther lebte hier ab 1508 als Mönch. Im Zuge der Reformation wurde das Kloster aufgelöst. Luther bekam das Haus 1532 übereignet und bewohnte es mit seiner Familie und seiner Frau Katharina von Bora. Nach dem Tod Luthers übernahm die Universität Leucorea das Gebäude und baute es zum Stipendiatenhaus um. Das Mitte der 1580er Jahre errichtete Vorderhaus wurde in Erinnerung an den Förderer der Universität, August I. von Sachsen, als Augusteum bezeichnet. Im Jahre 1844 wurde das Lutherhaus von Friedrich August Stüler über 40 Jahre hinweg grundlegend saniert. Das Augusteum der Leucorea wird heute als zentraler Ort der Stiftung Luthergedenkstätten für die Präsentation von Sonderausstellungen genutzt und ist heute größte reformationsgeschichtliche Museum der Welt. Zu den Exponaten gehören Luthers Mönchskutte, die 10-Gebote-Tafel von Lucas Cranach, Luthers Bibel sowie Handschriften und Medaillen. Die original erhaltene Lutherstube erinnert an die einstigen Tischgespräche des Reformators.

Wir verlassen jetzt die Collegienstraße und biegen in die Mittelstraße mit ihren schönen alten Häusern ein und laufen in Richtung der Stadtkirche St. Marien und dem Marktplatz. Bevor wir jedoch die Kirche besichtigen, machen wir einen Schlenker nach rechts und kommen am idyllischen Holzmarkt vorbei zum Bugenhagenhaus und dem Colleg Wittenberg.  Das Bugenhagenhaus war Sitz der Wittenberger Pfarrer und Superintendenten. Johannes Bugenhagen amtierte hier als erster Amtsinhaber von 1523 bis 1557 und unterstützte Martin Luther bei seinem Reformationsvorhaben.  Im Colleg Wittenberg, das 1828 als Bürgerschule eröffnet wurde, finden heute internationale Studierendengruppen Seminar- und Unterkunftsräume für Studienaufenthalte in der Lutherstadt Wittenberg. Aus der Gründungszeit ist noch die Inschrift Unterrichtsanstalt für die weibliche Jugend erhalten.

Zurück in Richtung Marktplatz besichtigen wir die Stadtkirche St. Marien, dem ältesten Gebäude der Lutherstadt, die zu den UNESCO Welterbestätten gehört. In der Stadtkirche predigte einst der Reformator Martin Luther. Seine Kanzel ist auch heute erhalten und eine Leihgabe im Lutherhaus. Sein Weggefährte, der Stadtpfarrer Johannes Bugenhagen, erläuterte hier reformatorische Erkenntnisse. Lucas Cranach der Ältere entwarf den Reformationsaltar, den man bei einer Führung durch die Stadtkirche bestaunen kann. Außerdem entdecken wir wertvolle Tafelbilder von Cranach, das kunstvoll dekorierte Taufbecken von Hermann Vischer, das älteste Stück der Kirche, sowie die prunkvolle Orgel und die Sakristei mit zeitgenössischer Kunst.

Nachdem wir die Stadtkirche verlassen haben, stehen wir schon auf dem Wittenberger Marktplatz, der von wunderschön restaurierten Wohnhäusern der Renaissance umgeben ist. Im südlichen Teil des Platzes wurden Teile des Trajuhnschen Baches freigelegt und begrünt. Auf dem Marktplatz befinden sich die Denkmäler von Martin Luther und Philipp Melanchthon sowie das pittoreske Rathaus – ein Meisterstück der Ratshausarchitektur. Während der Reformationszeit erlebte Wittenberg sein Blütenzeit und so wuchs auch die Bevölkerung an – das alte Rathaus reichte nicht mehr für die Bedürfnisse der Stadt. So begann 1521 die Planung für den Ausbau und im Jahre 1541 war das dreigeschossige Gebäude mit seiner wunderschönen Fassade im spätgotischen Stil und den Giebeln, die auf die Renaissance zurückzuführen sind, fertig. Später kamen noch das reich verzierte Eingangsportal sowie die Sünderglocke hinzu. Das Rathaus diente aber auch kommerziellen Zwecken und so befanden sich hier der Ratskeller nebst Wohnung des Kellerwirts und das Gefängnis mit Folterkammer. Der Marktmeister hatte hier ebenso sein Heim wie es ein Ratsarchiv, Sitzungs- und Steuerstube sowie die Stadtschreiberei gab. Im großen Bürgersaal boten Wittenberger Handwerker, wie beispielsweise Tuchmacher und Schuster ihre Waren feil. Der Dachboden wurde für die Lagerung von Getreide genutzt.

Durch die Juristenstraße laufen wir, nach vielen historischen Eindrücken, zum Ausgangspunkt unseres Stadtrundgangs zurück. Was man sich auf jeden Fall auch noch anschauen sollte, sind: Asisi-Panorama, das bis 2024 zu sehen sein wird und die Ausstellung „Luther 1517“ als 360 Grad-Panorama beherbergt, die Piesteritzer Werkssiedlung, die einst für die mehr als tausend Menschen des ehemaligen Reichsstickstoffwerkes als zu Hause diente und die Hundertwasser-Schule. Die ehemals renovierungsbedürftige Schule wurde nach Plänen des bekannten Künstlers Friedrich Hundertwasser umgebaut und 1999 fertiggestellt. Das Innere der gestalteten Künstler und Schüler des Luther-Melanchthons-Gymnasiums gemeinsam im Stil Hundertwassers. Heute besticht die Hundertwasserschule mit vielen bunten Farben und einem begrünten Dach.

Text Stadtrundgang: Volker Ammann, Quelle: Tourist-Information Lutherstadt Wittenberg, Foto: Volker Ammann

Wir bedanken uns bei der Tourist-Information der Lutherstadt für die freundliche Unterstützung.

 Stellplätze

MCE Marina-Camp Elbe
Brückenkopf 1, 06888 Lutherstadt Wittenberg
Telefon: +49 (0)4903 4914540
Telefon: +49 (0)178-6017666
info@marina-camp-elbe.de
https://www.mce-brueckenkopf.de
Auf dem Campinggelände sind die Stellplätze für Wohnmobile und Wohnwagen mit Anschlüssen für Strom, Frisch- und Abwasser ausgestattet. Über einen „Hot Spot“ im Sanitärgebäude kommen Sie über W-LAN (kostenpflichtig) in das Internet.

Marina Coswig
Elbstraße 19, 06869 Coswig (Anhalt)
Telefon: 034903 496224
info@marina-coswig.de
https://www.marina-coswig.de
Die Stellplätze sind mindestens 70m² groß. Die Plätze sind halb Schotter, halb Rasen. Stromsäulen in regelmäßigem Abstand sind vorhanden, eine moderne Ver- und Entsorgungsstation steht auf dem Platz zur Verfügung. Moderne Sanitäranlagen, eine Abwaschstation und ein Wellnessbereich stehen bereit. Auf dem Gelände befinden sich ein Beachvolleyballfeld, Kanu, Fahrradverleih und Gastronomie.