Heidelberg – Romantik und Wissenschaft im Einklang

Heidelberg – Romantik und Wissenschaft im Einklang

Facebook It
Tweet It
Pinterest It
Google Plus It
Composing_Text_Logo_m_Vogt

Städtereise

Heidelberg –
Romantik und Wissenschaft im Einklang

Die Alte Brücke im Frühnebel.
Ausflug auf dem Neckar
Jesuitenkirche
Das weltberühmte Heidelberger Schloss.
Bergbahn zum Heidelberger Schloss
Die gemütliche Altstadt am Tor zur Alten Brücke.
Schlossblick vom Neckar aus.
Ausblick vom Schloss auf die Altstadt Heidelbergs,
Die Bibliothek der Universität.
Heidelberg im Abendlicht.
Die Thingstätte wurde von 1934-35 vom "Arbeitsdienst" nach Plänen des Karlsruher Architekten Hermann Alker gebaut.
Kirchheim
Der neue Wohnmobilstellplatz im Stadtteil Kirchheim.
Stadtrundgang

Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren, heißt es in einem Volkslied. Und das hat Gründe, denn Heidelberg gilt als eine der schönsten Städte Deutschlands. Das harmonische Ensemble von Schloss, Altstadt und Fluss inmitten der Berge inspirierte bereits die Dichter und Maler der Romantik und fasziniert auch heute Millionen von Besucherinnen und Besuchern aus aller Welt. Wer kommt, findet mehr als Romantik.

Heidelberg hat viele Facetten, ist zum Beispiel die Stadt der Wissenschaft. Sie ist Standort der ältesten Universität Deutschlands und zahlreicher weiterer Hochschulen. Sie beherbergt weltweit renommierte Forschungseinrichtungen sowie forschungsnahe Unternehmen. Heidelberg ist international. Rund 11,9 Millionen Gäste aus aller Welt besuchen die Stadt am Neckar pro Jahr. Auch die Bevölkerung ist international: Rund 56.000 Menschen mit Migrationshintergrund aus etwa 180 Ländern sind in Heidelberg zuhause – viele davon sind Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Studierende. Heidelberg ist grün. Wegen seines landschaftlichen Reizes, seiner klimatisch günstigen Bedingungen und seines urbanen Flairs verfügt Heidelberg über einen der höchsten Freizeitwerte in Deutschland. Und für ihr Engagement im Umweltbereich wurde die Neckarstadt wiederholt ausgezeichnet.
Und nicht zuletzt hat Heidelberg Geschichte. 1196 erstmals urkundlich erwähnt, wird Heidelberg im 13. Jahrhundert nach Plan angelegt und das Schloss gebaut. Nicht zuletzt mit der Gründung der Universität 1386 – heute die älteste Hochschule Deutschlands – beginnt die Blütezeit Heidelbergs als Hauptstadt der Kurpfalz. Als eine der wenigen deutschen Großstädte blieb Heidelberg im Zweiten Weltkrieg weitgehend unversehrt. Die Stadt Heidelberg gliedert sich aktuell in 15 Stadtteile.

Im Stadtteil Kirchheim gibt es seit dem Sommer 2020 einen gebührenpflichtigen Stellplatz für 48 Reisemobile. Der Platz liegt am Rand des Stadtteils bei den Sportanlagen auf geschottertem Untergrund, ist umzäunt und barrierefrei. Zur Anlage gehört ein Trampolinpark mit Sanitäranlagen, ein Biergarten, eine Minigolfanlage und ein Infopavillon. Ausgestattet ist die Anlage mit 13 Stromsäulen, Müllcontainer und einer Entsorgungsstation für Grauwasser und Chemie-WC. Ein ÖPNV-Anschluss ist ganz in der Nähe, mit Straßenbahn und Bus ist die Altstadt Heidelbergs schnell erreichbar. Das Zentrum von Kirchheim ist zu Fuß erreichbar. Reservierungen sind laut Angaben der Betreiber leider nicht möglich. Mehr Informationen gibt’s unter www.wohnmobilstellplatz-heidelberg.com oder unter Telefon 06221 67 41 96 62.

Machen wir uns auf, und erkunden die Stadt
Wir beginnen unseren Stadtrundgang am Universitätsplatz mitten in der Altstadt. Die Alte Universität Ruperto Carola, mit Alter Aula und Universitätsmuseum, ist die älteste in Deutschland, gegründet 1386 von Kurfürst Ruprecht I. Davor steht der Löwenbrunnen und dahinter, in der Kapuzinergasse der Studentenkarzer. Die Neue Universität wurde 1929 – 1931 mit Hilfe amerikanischer Spendengelder erbaut. Über den Universitätsplatz und Marsilius-Platz gelangen wir zur Jesuitenkirche mit dem ehemaligen Jesuitenkolleg und zum Jesuitengymnasium, die früher Teile des Jesuitenviertels waren. Der Bau der dreischiffigen Hallenkirche im Barockstil nahm ab 1712 ca. 150 Jahre in Anspruch.

Über die Seminarstraße gelangen wir zum Hexen- oder Diebsturm im Innenhof der Neuen Universität, einem Teil der mittelalterlichen Befestigungsanlage aus dem 13. Jahrhundert ist. Gegenüber der Universitätsbibliothek liegt die Peterskirche, die älteste Kirche Heidelbergs deren Turm aus dem 12. Jahrhundert stammt und von Grabplatten geprägt ist.  Auf unserem weiteren Rundgang durch die Plöck kommen wir am Collegium Academicum, erbaut 1750, am Weißnonnenkloster, erbaut 1724 und heute die Erlöserkirche und am Adelspalais des Grafen Wieser vorbei zum Naturwissenschaftlichen Institut am Friedrich-Ebert-Platz. Hier arbeitete der Wissenschaftler Robert Bunsen von 1853 bis 1888. Am Friedrich-Ebert-Platz liegt auch das Alte Waisenhaus, ursprünglich ein barockes Bürgerhaus und 1756 zum Hospital der Reformierten umgebaut und am Ende der Friedrich-Ebert-Anlage, die St. Anna-Kirche, erbaut 1714 bis 1717.

Durch die Neugasse führt uns der Weg in die Hauptstraße zum Haus zum Riesen. Das Barockhaus wurde aus Steinen des zerstörten Schlossturms errichtet. Der Name bezieht sich auf die Statue des Bauherrn, des großen Barons Friedrich von Venningen, über dem Eingang des Gebäudes. Nächste Stationen sind der Friedrichsbau, 1861 – 1863 errichtet, heute das Psychologische Institut der Universität. Auf dem Anatomieplatz davor das Bronzedenkmal von R. W. Bunsen. Die Alte Anatomie ist das erste seinerzeit neu errichtetes naturwissenschaftliche Universitätsgebäude (1847 – 1849). Bei der Stadthalle biegen wir in die Bienenstraße, danach links wieder in die Hauptstraße, sehen gegenüber die Providenzkirche, die 1659 – 1661 unter Kurfürst Karl Ludwig in der reformierten Kurpfalz für die lutherische Gemeinde errichtet wurde. Danach stoßen wir auf das Palais Morass, 1712 von J. A. Breunig im Stil eines Adelspalais erbaut und seit 1905 Kurpfälzisches Museum. Links ab, Richtung Neckar, in der Schiffgasse, kommen wir zum Haus Raquet, einem der größten und ansehnlichsten Bürgerhäuser des Barock. Dem gegenüber liegt der Marstall, das alte Zeughaus von Kurfürst Ludwig V., erbaut um 1510. Die Heuscheuer, ab Mitte des 18. Jahrhunderts die Zehentscheuer der Stadt, bildet hier den Abschluss des Viertels.

Am Heumarkt vorbei, durch die Untere Straße kommen wir jetzt zum Palais Rischer, dem Friedrich-Ebert-Haus und dem Haus Cajeth, heute ein Museum für „Primitive Kunst im 20. Jahrhundert“. Durch die Haspelgasse gelangen wir zur Alte Brücke mit dem Brückentor, einem am meist fotografierten Motive in der Stadt. Die Statuen auf der Brücke stellen den Erbauer Kurfürst Karl Theodor und nördlich die Pallas Athene dar, 1786 – 1788 erbaut. Neben dem Brückentor steht der „Brückenaffe“. Wir laufen zurück zum Fischmarkt, dem historischen Verkaufsplatz für Neckarfische, in dessen Nähe sich die Heiliggeist-Kirche, das Meder‘sche Haus und das Haus zum Ritter, erbaut 1592 von dem Hugenotten und Tuchhändler Charles Belier, das als einziges Bürgerhaus die Zerstörung Heidelbergs von 1689/1693 überlebte, befinden. Hinter der Heiliggeist-Kirche kommen wir zum Marktplatz mit Herkulesbrunnen und Rathaus, das 1701 seine heutige Gestalt erhielt. Das Glockenspiel im Rathaus erfreut die Besucher täglich kurz vor 12, 16 und 19 Uhr. Hier sehen wir auch die Kurfürstliche Hof-Apotheke mit ihrer barocken Fassade und dem farbenprächtigen, kurpfälzischen Wappen.

Weiter geht’s zum Karlsplatz, nach dem Großherzog Karl Friedrich von Baden benannt. Eingerahmt wird der Platz von der Akademie der Wissenschaften, Mittermaierhaus und dem Palais Boisserée, dem Nebelhaus, Schmitthennerhaus und dem Karlstor, das zu Ehren des Kurfürsten Karl Theodor 1755 bis 1781 errichtet wurde. Auf dem Rückweg zum Ausgangspunkt unseres Rundgangs über den Kornmarkt kommen wir noch am Palais Prinz Carl vorbei, das ab 1788 Gastwirtschaft, bis 1915 Grand-Hotel zu Heidelberg war und heute ein Veranstaltungsort mit historischem Spiegelsaal ist. Der Kornmarkt, ehemaliger Spezialitätenmarkt, ist geprägt von der barocken Madonna, die von Peter von den Branden 1718 erschaffen wurde. Angrenzend an den Platz steht das Großherzogliche Palais Graimberg, benannt nach dem Retter der Schlossruine.

Ein Besuch der Stadt, ohne die Besichtigung des weltberühmten Heidelberger Schloss ist natürlich undenkbar. Das Schloss wurde auf einer mittelalterlichen Burganlage über der Altstadt errichtet. Über vier Jahrhunderte lang residierten hier die kurpfälzischen Kurfürsten aus dem Geschlecht der Wittelsbacher. Der älteste noch erhaltene Bau auf dem Schloss, der Ruprechtsbau, wurde von Kurfürst Ruprecht III. um 1400 in Auftrag gegeben. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde die Anlage mit ihren Türmen 1693 zerstört. Die Ruinen wurden zum Symbol einer ganzen Epoche, der Deutschen Romantik. Wer den Aufstieg nicht auf Schusters Rappen machen möchte, der kann mit der unteren Bahn, eine der modernsten Bergbahnen Deutschlands, zum Schloss hoch fahren. Die Bergbahn startet am Kornmarkt in der Altstadt und fährt über die Station Schloss bis zur Molkenkur. Das Schlossticket beinhaltet immer die Bergbahnfahrt hin und zurück. Die HDCARD inklusiv Schlossticket gibt es unter www.schloss-heidelberg.de oder am Schalter der Bergbahn.

Wer nach soviel kulturellen und historischen Eindrücken noch Zeit und Lust zum Wandern hat, dem empfehlen wir den Philosophenweg.
Der Philosophenweg am Hang des Neckarufers führt auf den Heiligenberg hinauf und ist ein beliebter Wanderweg mit Mandelsträuchern und Aussichtstürmen. Manche Bereiche auf den etwa zwei Kilometern Länge sind etwas steil, doch die Anstrengungen werden mit einer grandiosen Aussicht auf die Altstadt, das Schloss, auf den Neckar und die Rheinebene belohnt.

Text: Volker Ammann, Quelle und Bildnachweis: Heidelberg Marketing